
Fasade und Haupteingang, Foto: A.Rosen
Die Sanierung der Fakultätenblöcke in der Leibnizstraße 4–10 an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) zeigt, wie bestehende Bausubstanz zukunftsfähig genutzt werden kann. Zentraler Ansatz ist Urban Mining: Möglichst viele Bauteile der vorhandenen Gebäude – von Kalksandsteinen über Massivholztüren bis zu Betonteilen – werden sorgfältig zurückgebaut, aufbereitet und erneut verbaut. So wird nicht nur wertvolle Bausubstanz erhalten, sondern auch der Ressourcenverbrauch deutlich reduziert. Auch bei neuen Materialien liegt der Fokus auf Nachhaltigkeit, etwa durch den Einsatz von Holz-Alu-Fenstern, die Aluminiumvarianten ersetzen und den CO₂-Ausstoß erheblich senken.
C5 begleitete das Projekt in allen Belangen der nachhaltigen Planung und Umsetzung. Dazu gehörten die Analyse des Bestands, die Identifikation und Dokumentation wiederverwendbarer Bauteile, die Beratung zum Wiedereinsatz und zur Auswahl neuer Materialien, die ökologische Bewertung des CO₂-Einsparpotenzials sowie die Unterstützung bei der Planung und Ausschreibung des selektiven Rückbaus. Durch diese ganzheitliche Vorgehensweise konnte der Urban Mining Indicator deutlich gesteigert werden: Im Vergleich zu einem konventionellen Neubau erreicht der Bestand der Fakultätenblöcke bereits jetzt einen Wert von über 57 %, was das überdurchschnittliche Kreislaufpotenzial des Projekts unterstreicht.
Die Sanierung zeigt somit, wie ressourcenschonende, zirkuläre Bauweisen umgesetzt werden können, indem historische Bausubstanz erhalten, Materialkreisläufe optimiert und der CO₂-Fußabdruck des Neubaus deutlich reduziert werden.

Rückbau des Podiums, Bild: A.Rosen

Projekt |
→ Sanierung der CAU-Fakultätenblöcke |
Kurzbeschreibung |
→ Bestandsanierung aus der Urbanen Mine |
Typ |
→ Bildungsgebäude |
Größe |
→ BGF 15.845 m² |
Ort |
→ Kiel |
Jahr |
→ 2028 |
Bauende |
→ GMSH Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR |
Architektur |
→ agn Leusmann GmbH, Hamburg |
Leistung |
→ Zirkuläres Bauen |
erbracht von |
→ Anja Rosen |

Musterwand, Bild: A.Rosen